Geschichte der Insel
Vor ca. 20 Mio. Jahren entstand Fuerteventura als erste der Kanarischen Inseln durch den Ausbruch mehrerer Vulkane.
ca. 3000 v. Chr.
Besiedelung der Kanaren von Nordafrika aus in mehreren Schüben
ab ca. 1100 v. Chr.
Phönizische Seefahrer gelangen auf die Kanaren
500 - 200 v. Chr.
Erneut gelangen Einwanderer aus Nordwestafrika (Berber) auf die Insel und fanden bereits die Königreiche der Altkanarier vor
25 v. Chr.
Der römische Vasall König Juba II. von Mauretanien unternimmt eine Expedition zu den Kanaren.
1./2. Jh.
Erste schriftliche Erwähnung der Kanaren bei Plinius d. Ä. (23-79) in seiner "Naturalis historia", Ptolemäus (100-160) verzeichnet die Kanaren auf seiner Weltkarte und Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.) rühmt den "ewigen Frühling" in seinen Metamorphosen.
4 Jh.
Das römische Reich zerfällt. Danach geraten die Kanaren lange Zeit in Vergessenheit.
922
Araber versuchen die Inseln zu erobern
Ab 1300
Auf Fuerteventura bestehen zwei Königreiche: das Maxorata im Norden und das Jandía im Süden, die durch eine Mauer bei Istmo de la Pared voneinander getrennt wurden.
1339
Fuerteventura erscheint auf der Landkarte des mallorquinischen Kartographen Dulcert.
1344
Papst Clemens VI. erklärt sich zum Herrscher aller unentdeckten Länder. Später fällt das Erbe an Heinrich III. von Kastilien.
1402
Der Normade Jean de Béthencourt erobert die Insel Lanzarote und bekommt diese vom spanischem König Herinrich III. zugesprochen. Béthencourt schließt mit Lanzarotes Guanchen-Herrscher Guardafía einen Friedenspakt.
1405
Béthencourt erobert Fuerteventura und gründet das fruchtbare Tal Betancuria als Inselhauptstadt.
1406
Auch La Gomera und El Hierro fallen unter die Herrschaft von Béthencourt, so dass dieser zum König der Kanaren gekrönt wird. Er verlässt die Inseln jedoch. Nachfolger wird sein Neffe Maciot de Béthencourt, der sich mit der Tochter des Guanchen-Königs von Lanzarote, Prinzessin Teguise, vermählt.
1430
Nach dem Tod Béthencourts erwirbt der spanische Adlige Juan de las Casas die Insel Fuerteventura.
Ab Mitte des 15. Jh.
Fuerteventura entwickelt sich zum wirtschaftlichem Umschlagsplatz - der Anbau und Export von Getreide, Hülsenfrüchten und Ziegenfleisch und der Sklavenhandel blühen.
1478
Spanien kauft die Insel zurück
Ende 15. Jh.
Die spanische Krone belehnt Adlige und Geistliche, die als senores über die Einheimischen Fuerteventuras herrschen. Einwanderung von spanischen und normannischen Siedlern. Assimilation der Ureinwohner, den majoreros.
1514
Die Bewohner der Kanaren erhalten spanisches Bürgerrecht.
1593
Der berberische Korsar Arráez zerstört Betancuria und verschleppt zahlreiche Bewohner als Sklaven.
17. Jh.
Viele Überfälle durch Piraten verschiedener Herkunft, die hohe Besteuerung der Getreideexporte durch die Lehnsherren und eine langwierige Dürreperiode, die das Land austrocknen lässt, veranlassen viele der Einwohner auszuwandern. Übrig bleiben nur ca. 1000 von zuvor 3000 Bewohnern.
1675
Die Lehnsherren verlieren das Interesse an Fuerteventura und siedeln nach Teneriffa über, wobei die Insel einem Verwalter überlassen wird.
1720
Erneute katastrophale Dürreperiode; der Getreideexport wird eingeschränkt. Die Nachbarinseln nehmen keine Wirtschaftsflüchtlinge aus Fuerteventura mehr auf.
1730-1736
Viele Bewohner Lanzarotes fliehen vor Vulkanausbrüchen auf Fuerteventura.
1740
Schlacht von Tamacite: Englische Piraten werden von den Bürgern von Tuineje in die Flucht geschlagen. Zur Überwachung der Küsten werden Festungstürme in El Cotillo und Caleta de Fustes errichtet.
1772
Die Situation auf der Insel beruhigt sich wieder. Durch Rück- und iberische Einwanderer wächst die Bevölkerung wieder auf 4000 Einwohner an. Die Sodapflanze und gebrannter Kalk verdrängen das Getreide als wichtigstes Exportgut.
1834
Antigua wird die neue Inselhauptstadt.
1837
Die Lehnsherrschaft ist beendet, Fuerteventura ist nicht mehr im Feudalbesitz einer Adelsfamilie, sondern direkt der spanischen Krone unterstellt.
1852
Die Kanarischen Inseln werden von Königin Isabella II. von Spanien zur Freihandelszone erklärt. Durch Export von Soda, Kalk und rotem Koschenille-Farbstoff blüht die Wirtschaft Fuerteventuras auf.
1860
Puerto de Cabras (Ziegenhafen), heute Puerto del Rosario, wird zur endgültigen Inselhauptstadt ernannt.
um 1900
Zur Bewässerung der Felder werden die ersten Windräder zum Hochpumpen des Grundwassers errichtet. Es werden verstärkt Tomaten angebaut.
1912
Fuerteventura wird eine Selbstverwaltung (cabildo insular) zugestanden.
1927
Die Kanaren werden in eine Ost- und eine Westprovinz eingeteilt. Fuerteventura bildet zusammen mit Lanzarote und Gran Canaria die Ostprovinz Gran Canaria, dessen Provinzhauptstadt Las Palmas wird.
1936-1939
Spanischer Bürgerkrieg. Auf Fuerteventura übernehmen Franco-Anhänger die Kontrolle über die Insel, die dadurch von militärischen Auseinandersetzungen verschont blieb.
1956
Umbenennung der Inselhauptstadt Puerto de Cabras in Puerto del Rosario.
1966
Der Fremdenverkehr setzt ein; deutsche Unternehmer bauen das erste Urlaubshotel "Casa Atlánica" in Jandía.
1982
Unter der neuen sozialistischen Regierung erhalten die Kanaren einen weitgehenden Autonomie-Status. Der naturpark Corralejo wird eingerichtet.
1986
Spanien tritt der EU und der NATO bei. Die Kanaren erhalten einen privilegierten Sonderstatus.
1990
Der Tourismus avanciert zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Ausbau des Straßennetzes.
1993
Die Kanaren treten der EU als Vollmitglied bei, bleiben jedoch Freihandelszone.
1996
Nach den Wahlen übernimmt die von Aznar geführte Volkspartei die Regierung (partido popular).
